Warum Selbstkritik uns nicht weiterbringt (und was stattdessen wirkt)
“Oh maaaan, wieder hab ich’s nicht hinbekommen”, “Ist ja klar, dass ausgerechnet mir das jetzt passiert. Ich bin so dumm.” - Sind dir solche Sätze vertraut und legt sie dir dein Gehirn regelmäßig vor, wenn vermeintlich was nicht so klappt, wie es geplant war?
Und wer ist dann die Schuldige? Natürlich DU!
Was für ein Quatsch.
Erst einmal bringt es meist nichts, wenn man einen Schuldigen sucht. Das führt in den seltensten Fällen zu einer Lösung. Und zweitens lassen die Kommentare deines Gehirns, das Runtermachen, dich nur schlechter fühlen, was dich auch nicht weiterbringt.
Was passiert allerdings, wenn wir uns selbst nicht mehr anschimpfen, wenn etwas mal nicht so funktioniert wie geplant und stattdessen mit Akzeptanz und Verständnis für uns selbst reagieren? Was geschieht, wenn wir uns selbst nicht kritisieren, sondern einfach uns so sein lassen wie wir sind?
Dann öffnet sich etwas Großes: das Geschenk des Selbstmitgefühls. Es ist nicht nur eine sanfte Geste gegenüber uns selbst, sondern es wirkt tiefgreifender.
Denn sobald wir uns selbst gegenüber Mitgefühl zeigen – sei es in Momenten der Verletzlichkeit, des vermeintlichen ‘Versagens’ oder der Unsicherheit – öffnet sich ein ganz neues Universum.
Emotionale Resilienz breitet sich aus. Nicht die Art von Toughness, die sich durch Verdrängen, Verstecken oder Überspielen zeigt, sondern die echte, lebendige Kraft, die aus der Bereitschaft erwächst, für sich selbst da zu sein, sich selbst zu verstehen und zu lieben. Und genau diese innere Verbundenheit mit uns selbst macht uns widerstandsfähiger und menschlicher.
Ob wir mit unserem eigenen Schmerz oder dem Schmerz anderer umgehen, wenn wir unser Herz öffnen, wird Mitgefühl nicht nur eine Reaktion – es wird unsere Grundhaltung. Und in diesem Raum der Akzeptanz finden wir innere Ruhe und die Kraft, weiterzugehen.
Die größte Stärke beginnt nicht im Kampf gegen unsere Gefühle – sondern im Mut, sie zu umarmen und zu erleben.
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